Warum Radreisende die besten Gäste sind, die ein Campingplatz haben kann

Foto: Wolfgang Schille – Experte für Campinginfrastruktur privat

„Da kommst du an. Verschwitzt. Ein bisschen verstaubt. Mit einer kleinen Tasche für deine Wertgegenstände in der Hand. Du betrittst die Rezeption – und am Blick siehst du sofort, ob du willkommen bist oder nicht.“

Wann fühlt man sich als Radreisender auf einem Campingplatz wirklich willkommen?

Wolfgang Schille weiß es – er schaut seit Jahren ganz genau hin.

Es ist ein Moment, den Wolfgang gut kennt. Gerade erst hat er fünf Tage Gravelbiking hinter sich gebracht – Italien, Valdobbiadene, die edle Prosecco-Region, dann weiter in die Steiermark. Der Hintern tut noch weh, aber die Geschichten sprudeln.

Wolfgang Schille ist in Österreich zu Hause und berät mit seinem Unternehmen Campingplätze, Glamping-Ressorts und Hospitality-Betriebe. Sein aktueller Schwerpunkt: Bett & Bike. Er unterstützt Betreiber:innen dabei, ihre Plätze radfreundlich zu gestalten – damit Radreisende mit einem Lächeln ankommen. Und mit einem Lächeln wiederkommen.

„Das Geld, das wir eingesteckt haben, geht rein in Genuss, Essen, Trinken und Schlafen. Kein Treibstoff, kein Zubehör. Der Radfahrer ist ein super Kunde für Tourismusregionen.“

Foto: Wolfgang Schille privat

Dass er heute so leidenschaftlich aufs Rad steigt, ist keine Selbstverständlichkeit. Nach einer langen Long-Covid-Erkrankung konnte Wolfgang zeitweise gar nicht mehr gehen. Das Gravelbike hat ihn zurück ins Leben geholt. Heute ist er wieder topfit – und reist am liebsten gewichtsreduziert: Biwaksack, Leichtzelt unter einem Kilo, eine Schnur, um zur Not zwischen zwei Bäumen ein Dach zu spannen. Was er trotzdem liebt? Den Campingplatz. Toilette, Dusche, Steckdose, eine Wiese – und Menschen zum Reden.

Genau deshalb plädiert Wolfgang im Gespräch mit Katrin so leidenschaftlich dafür, endlich mit einem alten Vorurteil aufzuräumen: „Radfahrer geben kein Geld aus.“ Stimmt nicht!

Und er weiß auch: Damit aus einem Campingplatz ein echter Lieblingsplatz für Radreisende wird, braucht es oft gar nicht viel. Eine trockene Wiese. Einen sicheren Platz fürs Rad. Eine Steckdose. Eine Wasserstelle. Und im besten Fall: eine kleine Bike-Zone, in der sich Radgäste begegnen, Routen tauschen, gemeinsam am Feuer sitzen und Geschichten teilen.

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